Sind Zahnimplantate für mich geeignet?

Vertragen wir uns?

Aus welchem Material besteht ein Zahnimplantat?

99% der heute verwendeten Zahnimplantate bestehen aus Titan.Neben Zahnimplantaten gilt Titan als Standartmaterial in der Orthopädie(Hüftprothesen,Knieprothesen) und Unfallchirurgie(Knochenverplattungen) und  hat die Eigenschaft, dass sich der Knochen direkt mit dessen Oberfläche verbindet. Es hat eine sehr hohe Korrosionsbeständigkeit was bedeutet das es im Körper nicht zerfällt und auch nicht mit dem Körper reagiert. Es konnte noch keine allergische Reaktion auf Titan festgestellt werd. 

1. Fage, S. W., Muris, J., Jakobsen, S. S. & Thyssen, J. P. Titanium: a review on exposure, release, penetration, allergy, epidemiology, and clinical reactivity. Contact Derm. 74, 323-345 (2016).

Ein weiterer Vorteil von Titan liegt darin, dass es nicht ferromagnetisch wirkt. Es können also ohne Probleme magnetresonanztomographische (MRT) Untersuchungen durchgeführt werden.

Kann ich ein Zahnimplantat bekommen?

Im wesentlichen kann jeder ein Zahnimplantat bekommen. Es gibt jedoch Dauermedikationen und Grunderkrankungen die eine Einheilung erschweren und das Risiko einer periimplantären Entzündung steigern.

Seit 2003 stehen Medikamente die gegen Osteoporose(Bisphosphonate) gegeben werden im Zusammenhang mit einer Knochenentzündung (Kiefernekrose). Diese Nekrose entstehen vorwiegend nach einer Operation im Kieferbereich (z.B. Zahnextraktion).

Drei wesentlich Faktor für die Entstehung einer Knochennekrose nach einem chirurgischen Eingriff am Kiefer konnte bis jetzt ermittelt werden.

  1.  Die Art der Verabreichung des Medikamentes(oral oder i.v.)
  2. Die Dauer der Medikation <4a;>4a
  3. Wird das Medikament ausschließlich gegen Osteoporose oder aufgrund einer Tumorerkrankung verabreicht

Chirurgische Eingriffe im Kieferbereich bei einer oralen Gabe von Bisphosphonaten und einer Medikationsdauer unter 4a sind problemlos möglich.

 

Bei einer oralen Medikationsdauer über 4a sollte der chirurgische Eingriff im Kieferbereich unter antibiotischer Abschirmung erfolgen. Eine Implantatinsertion ist auch bei dieser Patientengruppe möglich. Es besteht jedoch bereits ein erhöhtes Risiko eines Implantatverlustes und einer Kiefernekrose.

 

1. Rosella, D. et al. Medication-related osteonecrosis of the jaw: Clinical and practical guidelines. Journal of International Society of Preventive & Community Dentistry 6, 97 (2016).

 

Hierzu zählen Medikamente die die körpereigene Abwehr beeinflussen. Das sind Kortisonpräparate und Medikamente die den Tumornekrosefaktor-Alpha beinflussen wie Humira. 

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Ferdinand Schneider (Mittwoch, 13 Juni 2018)

    Ich brauche vielleicht Zahnimplantate, aber möchte mich erst besser informieren. Schön um zu lesen, dass es keine eine allergische Reaktion auf Titan gibt. Ich werde mich fragen, was genau mit meinen Zähnen passiert und was sich passieren soll.
    https://www.zahnarzt-vogl.at/de-at/leistungen/implantologie/